
Zeitreise der Sozialdemokratie 1883 bis heute
Wer meint, dass Ehrungsnachmittage eher antiquiert daherkommen, wurde erneut vom SPD Ortsverein Neulußheim überrascht.
Ortsvereinsvorsitzende Jutta Menssen und die zweite Vorsitzende Anika Holl hatten nicht nur eine Präsentation mit einer Zeitreise durch die Geschichte der Sozialdemokratie vorbereitet, sondern auch die Jubilare in persönlichen Bildern im Wirken für den Ortsverein aufleben lassen. Aber auch weltpolitisches Geschehen in den Eintrittsjahren und was Deutschland und Neulußheim damals bewegte, wurde in der Präsentation anschaulich vermittelt. Aus organisatorischen Gründen wurden die Jubilare aus 2025 und 2026 zusammengefasst geehrt. Besondere musikalische Unterstützung kam von Daniel Blunda, der immer passend zu den Eintrittsjahren der Jubilare die damals aktuellen Hits wie z.B. Lieblingsmensch von Namika, Eny Only time oder von OPUS Live is Life spielte und auch der Bett im Kornfeld von Jürgen Drews nicht fehlen durfte.
Ein Blick zurück mit einer Zeitleiste zeigte die allerersten Anfänge 1863 mit Ferdinand Lasalles Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands 1875 und der Einführung des Parteinamens „SPD“ 1890 bis hin zum Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg. Soziale Gerechtigkeit, Demokratie und Freiheit, Solidarität, Fortschritt und Nachhaltigkeit sind die Säulen der SPD. Wer hätte gedacht, dass in Neulußheim bereits 1891 die SPD in Neulußheim gegründet wurde, am 19. Januar 1919 das Wahlrecht für Frauen auf den Weg gebracht wurde und es mit dem Reichspräsidenten Friedrich Ebert und Philipp Scheidemann bereits eine Doppelspitze gab. Die Neulußheimer Doppelspitze Jutta Menssen und Anika Holl bekamen bei den folgenden gemeinsamen Ehrungen dann prominente Unterstützung von Landtagsabgeordneten Daniel Born und Landtagskandidaten Vincent Kilian.
Einig waren sich alle Redner: Getragen und lebendig gehalten wird diese lange Zeit von den Mitgliedern, die in guten und schweren Zeiten hinter den Idealen von Freiheit, Solidarität, sozialer Gerechtigkeit und Demokratie stehen. Diese Werte werden seit ihrer Gründung 1891 auch im Ortsverein Neulußheim gelebt.
Ehrungpaten Daniel Born und Vincent Kilian ehren für 210 Jahre Mitgliedschaft
Christel Schlicker und Felix Büchner durften als Erste Glückwünsche, Urkunden, Nadeln und Geschenke von Landtagskandidaten Vincent Kilian für 10-jährige Mitgliedschaft entgegennehmen, der für jeden Jubilar würdigende Worte fand. Altgemeinderätin Jutta Drägers Geschichte, die vom letzten Kandidatenplatz 18 vor Jahren in den Gemeinderat gewählt wurde und aus beruflichen Gründen nicht mehr antrat, ist nach wie vor eine Unterstützerin des Ortsvereins. Wie wichtig gerade heute Demokratie, so Dräger in ihren Dankesworten für ihre Ehrung zur 25-jährige Mitgliedschaft ist, das dieses hohe Gut in den heutigen Zeiten nicht vergessen werden darf. Ebenfalls für 25 Jahre Mitgliedschaft wurde Ulrich Kritzer geehrt, dessen Vater die erste Tennisschule in Neulußheim gründete, wo in jungen Jahren auch Boris Becker und Steffi Graf trainierten. Werte für ihn seien die Hilfsbereitschaft untereinander.
Landtagabgeordneter Daniel Born freute sich, die nachfolgenden Ehrungen vorzunehmen. Im Nachdenken für das Menschsein und der Menschlichkeit, die die SPD als konkrete Partei hervorgebracht habe, erinnerte er an die Unterschriftenaktion gegen die Schließung der Notfallpraxen und dem Versprechen der SPD, sie wieder zu öffnen. 14 Tausend geleistete Stimmen, die die kommende Wahl beeinflussen könnten.
Die SPD sei stolz auf Hannelore Thorn, die 40 Jahre der Partei die Treue hält., so Born. Sozialdemokratische Werte, die bereits im Elternhaus gelebt wurde, bestimmen bis heute ihr gemeinsames Leben mit ihrem Mann Volker. Sie sei ebenfalls ein Gesicht der Menschlichkeit, immer da, wenn sie gebraucht wurde und wird.
50- Jahre Mitgliedschaft
Die SPD stärker gemacht, habe auch Volker Görner, der seit 50 Jahren einen langen politischen Weg auch als stv. Vorsitzender des OV Bergheim hinter sich hat, bevor er nach Neulußheim zog und bei Kommunalwahlen immer bereit war seine Persönlichkeit auf die Liste stellen. Den Bürgerinnen und Bürgern Transparenz bei politischen Entscheiden im Ort zu vermitteln, ist ihm stets ein Anliegen, so Daniel Born.
Altgemeinderätin Heid Roß - Starkes Engagement für die Gemeinschaft
Das mal eine zugwanderte Hessin 1966 das Leben in Neulußheim verändern und bereichern würde, hatte 1975, als Heidi Roß in die SPD eintrat, niemand gedacht, so Born. Er verglich ihre Leistung mit den Themen auf der Neulußheim-Tasche, die jede und jeder Geehrte mit Geschenken überreicht bekam.
Die Tasche wäre leer, wenn Heidi Roß sie nicht mit vielfältigen sozialen Strukturen gefüllt hätte. Der Weihnachtmarkt, Jugendtreff, Ferienspaß, Kindernotarztwagen, Aktiv im Alter sind ein ganzes Stück Neulußheim, das es heute auch zu feiern gilt. Als es noch keine Tafelläden gab, war Heidi Roß bereits im Kleinen aktiv. Nicht nur im Chor „Women´s Voice“ erhebe sie ihre Stimme, in all den Jahren als Gemeinderätin und Fraktionsvorsitzende hat sie die Geschicke Neulußheims mitgestaltet. Für ihr starkes Engagement für die Gemeinschaft und der SPD wurde sie verdient mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes durch Ministerpräsident Kretschmann ausgezeichnet. Ihr Wunsch an die Allgemeinheit: „Bringt euch in unser Gemeindeleben ein, auch außerhalb von Wahlen. Das ist gelebte Demokratie“.
Was blieb nach dem großen Applaus für alle Geehrten? Der Dank der Doppelspitze an das Team für die Vorbereitungen, Daniel Blunda für die passenden Liedbeiträge, Vincent Kilian und Daniel Born für die Ehrungen und Dank an die zahlreich Gekommenen.
Mit der Ehrung endete der erste Teil des Ehrungsnachmittags, der anschließend in freundschaftlicher Atmosphäre bei angeregten Gesprächen und Rückblicken bei Kaffee und Kuchen seinen harmonischen Ausklang fand.
Vorschau auf die nächsten Termine:
27.02.2026: Wintergrillen
23.-28.03.26: Oster Tafelladenaktion
Renate Hettwer