
Der vor wenigen Tagen stattgefundene Vor-Ort-Termin auf dem Neulußheimer Friedhof, zu dem sich einige interessierte Bürgerinnen und Bürger eingefunden hatten, diente dazu, sich ein Bild über die derzeitige und zukünftige Nutzung des Friedhofes mit den verschiedenen Quartieren zu machen.
Gemeinderat Hanspeter Rausch informierte zu Beginn über die zukünftige Nutzung der großen Fläche am Eingangsbereich. Hier soll ein gärtnerbetreutes Grabfeld entstehen.
Dies interessiere die Bürger natürlich am meisten. Die Grabpflege wird von der Friedhofsgenossenschaft an einen Gärtner gegeben, der anlegt, pflegt, sodass die Angehörigen über die vereinbarte Laufzeit keine Grabpflege mehr leisten müssen. Der entsprechende Betrag wird einmalig gezahlt und hat für die Angehörigen oder die planenden Menschen für ihre letzte Ruhestätte den Vorteil, dass sich niemand mehr sorgen muss, wie das Grab gepflegt und z.B. die Blumen gegossen werden müssen. Dies ist, so Vorstandsmitglied Monika Molitor-Petersen, ein beruhigender Gedanke, vor allen Dingen, wenn Angehörige nicht hier wohnen.
Die SPD habe sich immer schon dafür stark gemacht, den Friedhof zu einer gepflegten letzten Ruhestätte zu machen. Aber wenn 15 Jahre immer nur gespart wurde, sind die jetzigen anlaufenden Maßnahmen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, so Ortsvereinsvorsitzender Günter Schöner.
Begrüßt habe man, dass sich der Gemeinderat einstimmig für die neue Friedhofsmauer entschieden hatte, so die Gemeinderätinnen Heidi Roß und Dagmar Engelhardt. Das ist gut gelungen, sie passt sich harmonisch ein, so eine Besucherin.
Bei einem Rundgang über den Friedhof konnte man schon Ansätze erkennen, wie sich der Friedhof in Zukunft verändern wird. Die neue Rasenfläche am Friedensengel hebt den Parkcharakter an dieser Stelle hervor, wobei alte, vertrocknete Gedenkkränze dieses Bild jedoch ziemlich stören.
Was auch stark bemängelt wurde, war, dass sich viele Grabfelder in einem würdelosen Zustand befinden. In einigen Quartieren befinden sich große, ungepflegte Freiflächen, neben vereinzelt belegten Grabstätten. Durch Einebnung, Rasensaat und Entfernung der Gehwegplatten könnte die Optik verbessert werden, bis diese Quartiere gänzlich frei für eine Neuanlage werden. Platten vor Gräbern sind an vielen Stellen Stolperfallen und gerade vor der Aussegnungshalle ist die Stützmauer stark veralgt und die Grünfläche ungepflegt, so eine Bürgerin. Auch die Unart, Besen und Harken mit Nägeln weit sichtbar an die Bäume zu hängen hat Verwunderung hervorgerufen.
Gemeinderätin Renate Hettwer bat um Verständnis dafür, dass man den Mitarbeiteren der beauftragten Firma keinen Vorwurf machen könne, da die zur Verfügung stehenden Mittel nicht mehr ermöglichen. Letztendlich müsse man sich darüber bewusst sein, dass ein Mehr an Pflege sich auch auf die Kosten für die Grabstätten auswirken wird. Dennoch müsse sich hier einiges ändern, wenn der Friedhof zu einer würdigen letzten Ruhestätte mit Parkcharakter werden soll, so der Tenor aller Vor-Ort-Besucher.
R.Hw.

