
SPD-Ortsverein und Fraktion unterstützen Meinungsbildung
Auf großes Interesse stieß die Informationsveranstaltung zum Thema „Bekommen wir die neue Schulform Gemeinschaftsschule“, zu der die SPD-Gemeinderatsfraktion und
der SPD-Ortsverein Neulußheim eingeladen hatten. Gerade für die Verwaltungsgemeinschaft Hockenheim-Reilingen-Altlußheim-Neulußheim ist dies von großer Bedeutung, geht es doch um Sicherung unserer Schulstandorte mit einem breiten Bildungsangebot für unsere Kinder.
Mit dieser Veranstaltung sollten Denkanstöße und die Entscheidungsfindung unterstützt werden, und so kamen Eltern, Lehrerinnen, Lehrer und zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger, um sich von den geladenen Referenten, dem bildungspolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Dr. Stefan Fulst-Blei und Marion Zimmer, Lehrerin an der Gemeinschaftsschule in Oberhausen, über diese Schulform aufklären zu lassen.
Ortsvereinsvorsitzender Günter Schöner durfte neben den Gästen und den Referenten des Abends auch den Bundestagskandidaten der SPD, Daniel Born begrüßen, der durch den Abend führte. „Unser Schulsystem muss über die Jahre hinaus zukunftsfähig gemacht werden. Dabei muss Bildungspolitik frei von Polemik sein und Fakten im Vordergrund stehen. Hier gehe es um unser wichtigstes Gut, unsere Kinder.“ so Schöner.
Dr. Stefan Fulst-Blei betonte eingangs, dass es ihm wichtig sei, auf der Grundlage von belegbaren Fakten zum Thema aufzuklären und stets bemüht sei, dem Hören-Sagen und Ungereimtheiten von Aussagen nachzugehen. Auch sei die Form der Gemeinschaftsschule keine Erfindung von der rot-grünen Landesregierung. Vielmehr seien diese Ideen und dem Wunsch nach einer Ganztagsschule mit mehr Bildungsgerechtigkeit schon lange vorhanden und in anderen Ländern positiv erprobt.
Klar sei, dass die Bildungspolitik sich im Wandel befindet und Eltern einen hohen Bildungsanspruch für ihre Kinder haben, was sich auch beim Schulwahlverhalten zeige. In der Region Rhein-Neckar sind 20 % der Schülerinnen und Schüler in Haupt- und Werkrealschulen, 28 % in Realschulen und über 47 % in Gymnasien.
Dramatisch wird auch die Entwicklung der Schülerzahlen im Zeitraum bis 2020 sein. Hier wird mit einem Rückgang von minus 200 000 Schülern alleine in Baden-Württemberg gerechnet. Das wird sich auch auf die Schulstandorte auswirken.
Dr. Fulst-Blei wirbt für ein chancengleiches Bildungssystem, das die Förderung von Stärken, die Freude am Lernen, die individuelle Förderung des Kindes und auch die hohe Arbeitszufriedenheit der Lehrkörper in den Vordergrund stellt. Auch sei bei den Eltern erkennbar, dass eine frühe Trennung nach der Klasse 4 nicht begrüßt werde, da zu diesem Zeitpunkt bei vielen Kindern die schulischen Stärken noch nicht deutlich erkennbar sind. Dies sei alles in einer Gemeinschaftsschule berücksichtigt, ein starkes Plus für diese Schulform. Die Einführung einer solchen Schule könne nur durch Überzeugung, Freiwilligkeit und einer großen Bereitschaft des Lehrerkollegiums erfolgen. Schon jetzt sei diese Schulform bei den Starterschulen ein Erfolgsmodell und habe bei den Eltern hohes Vertrauen gewonnen. Die hohe Anzahl von Anmeldungen zeige dies.
Dieses Vertrauen konnte auch Marion Zimmer, Lehrerin an der Gemeinschaftsschule Oberhausen bestätigen. Sie für diese Veranstaltung zu gewinnen war ein Glückgriff, da sie den Zuhörern direkt aus der Praxis berichten konnte. Ob Unterrichtsaufbau, Lerngruppen, Einbindung von Kindern aus dem Inklusionsbereich, Unterrichtsformen, wie individueller , kooperativer und gemeinsamer Unterricht. Unterstützt durch eine Präsentation zeigte sie sehr anschaulich eine Lernkultur, die sich im Lernverhalten der Kinder positiv auswirkt und für das Lernen Begeisterung weckt. Natürlich gäbe es auch Lernentwicklungsberichte über den Wissensstand der Kinder, was dem Wort Zeugnis entspricht, sitzen bleiben aber ein Fremdwort sei. Angstfreies Lernen, Fördergespräche, Einbindung der Eltern, die Gemeinschaftsschule in Oberhausen sei schon jetzt ein äußerst gefragter Schulstandort. Am 22. Februar 2014 kann sich jeder Interessierte einen Eindruck am Tag der offenen Tür machen, wozu Marion Zimmer herzlich einlud.
Die anschließende Diskussion, bei der Eltern, politische Entscheidungsträger, Lehrer und bildungspolitisch Interessierte zu Wort kamen, zeigte das Interesse auf, das mit dieser Schulform einhergeht. Die Frage nach Schulabschlüssen, Übergang von Grundschule zur Gemeinschaftsschule, Klassengrößen, Mittelausstattung, finanzielle Gleich- oder Ungleichbehandlung der verschiedenen Schulformen, Mittagstisch und Freizeitmöglichkeiten, alle Fragen wurden durch beide Referenten ausführlich behandelt.
Was positiv aus dem Publikum herüberkam war, dass selbst die Wirtschaft, insbesondere die Industrie und Handelskammer die Gemeinschaftsschule als Erfolgsmodell sähe, da dieses Schulsystem den Gemeinschaftssinn und nicht Einzelkämpfer fördere, was heutzutage immer wichtiger für das weitere Berufsleben sei.
In den Schlussworten von Fraktionsvorsitzendem Hanspeter Rausch kam zum Ausdruck, dass diese Schulform nicht als Konkurrenz zu den bestehenden Schultypen gesehen werden solle, es vielmehr neue Perspektiven eröffnet, die man gemeinsam und offen zum Wohle der zukünftigen Generationen entwickeln sollte. Wichtig sei vor allem das Ohr am Bürger, was mit dieser Veranstaltung klar zum Ausdruck kam. Alle Anregungen, Fragen, Anstöße und Chancen sollten der Zukunft unseres wichtigsten Gutes, unserer Kinder dienen.
Monika Petersen-Molitor überreichte im Namen des Ortsvereins den Referenten ein kleines Dankeschön und wünschte den Besuchern noch angeregte Gespräche sowie einen guten Heimweg.

