Aufstellung des Denkmals für die im Ersten Weltkrieg getöteten Soldaten

Veröffentlicht am 26.01.2007 in Fraktion

Stellungnahme der SPD-Fraktion - Gemeinderatssitzung am 25.01.07

Die SPD-Fraktion unterstützt den Vorschlag, den Gedenkstein für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges an zentraler Stelle auf dem Friedhof aufzustellen.

Die Gründe, die uns zu dieser Entscheidung bewegen, sind rein sachlicher Natur:
• Der Friedhof ist für unsere Gemeinde der Ort, an dem wir unserer Verstorbenen und ums Leben Gekommenen gedenken.
• Sowohl die Lage, als auch das Umfeld des vom Bürgermeister vorgeschlagenen Platzes auf dem Friedhof bieten an zentraler Stelle einen Ort der Ruhe, der Besinnung und des Gedenkens.
• Darüber hinaus gibt dieser Platz den Raum, den dieser Stein benötigt, um in seiner Proportion und Aussagekraft wirkungsvoll zur Geltung zu kommen.

Dem gegenüber hat, unserer Meinung nach, der Standort bei der Kirche, mit Ausnahme des Argumentes, er sei in der Ortsmitte, nur Nachteile:
• So bietet der Standort zwischen Kirche und Rathaus nicht den Raum, den ein Denkmal dieser Größe und Bedeutung benötigt. Hier wird dieser Stein optisch in die Ecke und in seiner Bedeutung ins Abseits gestellt.
• Auch ist dieser Platz alles andere als ein Ort der Ruhe, der Besinnung und des Gedenkens.
• Und letztendlich würde auch zukünftig das offizielle Gedenken an die Opfer des Ersten Weltkrieges wie auch schon bisher an anderer Stelle stattfinden. Auch wenn dieses Tun von symbolischem Wert ist, sind genau da, wo es um das Erinnern, um das Ermahnen und der damit gebotenen politischen Verantwortung geht, Symbole von größter Bedeutung.

Die Art und Weise, mit der einige Neulußheimer Bürgerinnen und Bürger, versucht haben, öffentlich zur allgemeinen Meinungsfindung beizutragen, möchten wir an dieser Stelle nicht kommentieren.

Wir sind der Überzeugung, dass bei der Wahl des Standortes eines Gedenksteins, sorgfältig und verantwortungsvoll vorzugehen ist.

Der zukünftige Standort muss sorgfältig ausgewählt werden, weil der Stein, um den es hier geht, an die Neulußheimer Männer erinnern soll, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind. Mit Sicherheit steht dieses Gedenken auch heute noch bei vielen Mitbürgerinnen und Mitbürgern im Vordergrund. Vor allem bei den Familien, deren Vorfahren zu den Opfern zählen und wo unter dem Schmerz des Verlustes des Vaters, des Ehemannes, des Sohnes bzw. des Bruders unter äußerst armseligen Bedingungen gespendet wurde, um einen Stein des Erinnerns zu errichten.
Nebenbei bemerkt: Wäre dies der alleinige Beweggrund gewesen, hätte man bereits damals in tiefer Trauer einen Gedenkstein auf dem Friedhof errichtet, um die, die durch diesen grausamen Krieg unnatürlich und gewaltsam ihres Lebens beraubt wurden, Heim zu führen und um ihnen da zu gedenken, wo auch allen anderen Verstorbenen unserer Gemeinde gedacht wird.

Der zukünftige Standort muss verantwortungsvoll ausgewählt werden, denn dieser Stein steht auch für die Geschichte Neulußheims in den 1920er Jahren und der sich anbahnenden Zeit des Dritten Reiches, was aufgrund der uns zugänglichen Aktenlage nicht zu vertuschen oder gar zu leugnen ist. Wie können wir Antwort geben auf Fragen, weshalb die Einweihung des Steines nicht in stillem Gedenken an die Opfer stattfand, sondern als ein Aufmarsch politisch aktiver Verbände aus der näheren und weiteren Umgebung? Antwort darauf, wie es zusammenpasst, dass bei einem solchen Anlass sowohl samstags als auch sonntags in den Gaststätten „gute Unterhaltung“ geboten wurde. Und Antwort darauf, wie es zu verstehen ist, dass die Einweihungsfeier dieses Gedenksteines mit blutigen Auseinandersetzungen endete?

Wir alle stehen in dieser Verantwortung. Dagegen steht es uns nicht zu, mit dem heutigen Wissen und Bewusstsein, über diese Menschen zu urteilen, die damals, 1925, aus sehr unterschiedlichen Beweggründen handelten. Es ist aber unsere Aufgabe, dieses als einen Teil unserer Geschichte wahrzunehmen und darüber nachzudenken, denn auch dafür steht dieser Stein als Denkmal: die Aufforderung „nach zu denken“ und als Mahnmal, uns zu mahnen, wohin fehl geleitetes Denken und Handeln führen können. Dieser Stein ist ein Stück Neulußheimer Geschichte und muss als Symbol dafür erhalten und gezeigt werden.

An der Stelle, an der dieser Stein vor über achtzig Jahren aufgestellt wurde, diente er nicht nur dem Erinnern sondern in erster Linie der Glorifizierung des Heldentotes nach einem verlorenen Krieg.
Um als Mahnmal auch den zukünftigen Generationen zu dienen, bedarf es eines Platzes, der es zulässt Ruhe und Abstand zu finden, um sich mit dem, wofür dieser Stein mit all seinen Facetten steht, befassen zu können. Und dieser Platz befindet sich einzig und allein auf dem Neulußheimer Friedhof.

Aus etlichen Gesprächen mit Neulußheimer Bürgern wissen wir, dass viele dies genau so sehen.
Die Tatsache, dass mindestens 5000 Bürger nicht auf der viel zitierten Unterschriftenliste zu finden sind, relativiert den Wert dieser sogenannten Umfrage und kann genauso gut als überwältigende Zustimmung zu dem von uns unterstützten Standortvorschlag gewertet werden.

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