
Dieser Tage feierte der SPD-Ortsverein Neulußheim sein traditionelles Sommer-fest.
Bei herrlichem Wetter fanden zahlreiche Besucher den Weg zur Neulußheimer Grillhütte, wo unter dem Motto: „Rund um die Kartoffel“ wieder einmal bestens für Speise und Trank gesorgt war.
Angesichts der heißen Phase des kurzen Wahlkampfes vor der Bundestagswahl nutzten die Neulußheimer Genossen ihr Sommerfest zu einer zentralen Wahl-kampfveranstaltung.
„Die Grenze muss irgendwann mal aufgehen“ unter diesem Leitsatz wurden die Ortsvereine aus der südlichen und nördlichen Region zum Sommerfest in die Grillhütte eingeladen. Seit der vergangenen Bundestagswahl vor drei Jahren sind zwei Wahlkreise verschmolzen: „Wir möchten an zentraler Stelle die Möglichkeit geben, dass sich die Ortsvereine aus dem Kreis Karlsruhe und dem Rhein-Neckar-Kreis näher kennen lernen“, bemerkt Jörg Wildenstein, Ortsvereinsvorsit-zender aus Neulußheim.
So wanderten am vergangenen Sonntag Vertreter der zwei Regionen auf der al-ten B36 aus Waghäusel in Richtung Neulußheim: Mit von der Partie war der Bun-destagskandidat der SPD des jetzigen Wahlkreises 279, Stefan Rebmann, der zuvor noch bis 13 Uhr auf dem Waghäuseler Stadtfest die Gäste mit frisch ge-zapftem Bier versorgt hatte. Ein Begrüßungskomitee kam den „Südgenossen“ entgegen und geleitete die Wanderer zur Grillhütte. Dort warteten bereits das Publikum und einige Vertreter der Politprominenz: Gerhard Greiner, Bürgermeis-ter aus Neulußheim, die SPD Landtagsabgeordnete Rosa Grünstein sowie MdB Klaus Kirchner.
Letzterer stimmte die Gäste mit einer kurzen Begrüßungsansprache auf die heiße Wahlkampfphase 14 Tage vor der Wahl ein und verteidigte die sozialen Aspekte des bewährten Gesundheitssystems gegenüber der von der Union geforderten Kopfpauschale. Als ebenfalls sozial nicht akzeptabel brandmarkte Kirchner die von Paul Kirchhof geforderte Kopfsteuer.
In die gleiche Bresche schlug der Bundestagskandidat Stefan Rebmann und zi-tierte den von der Union als zukünftigen Finanzminister vorgeschlagenen Kirchhof gleich zweimal: „Für was brauche man denn überhaupt eine Frauenbeauftragte; wenn überhaupt brauche man eine Mütterbeauftragte“, habe der „Professor aus Heidelberg, den die CDU nun ins Boot geholt habe“, auf dem Ethiktag in Bad Her-renalb geäußert. Zu Kirchhofs „seltsamen Frauenbild“, so Rebmann, gehöre e-benfalls das Zitat: „Die Frau findet ihre Erfüllung und Karriere in der Familie, der Mann sorgt für die ökonomischen Rahmenbedingungen“.
Weiterhin wolle er die Massenarbeitslosigkeit nicht schön reden, stimmte Reb-mann seine Zuhörer auf den Wahlkampf ein. Aber Fakt sei, dass es heute 950000 Arbeitsplätze mehr gebe als 1998 und man 180 000 Jugendliche aus der Sozial-hilfe herausgeholt und damit diese über die Agentur für Arbeit die Chance auf ei-nen neuen Arbeits- oder Ausbildungsplatz eröffnet habe. Auch habe die SPD mit 60 Milliarden Euro 20 Milliarden mehr für die Familienpolitik ausgegeben als unter der Ära Kohl. Des Weiteren sei das Kindergeld erhöht und die Rentebeiträge mit 19,5 Prozent gegenüber 20,5 Prozent unter der Unionsregierung stabilisiert wor-den.
Als einen Höhepunkt der Veranstaltung versteigerte Rebmann ein Wahlplakat, das ihn mit seiner Schwiegermutter zeigt. Slogan: „Schwiegermütter irren nie“. Das Besondere: Das Plakat ist signiert von sämtlichen SPD Größen wie Gerhard Schröder, Wolfgang Thierse, Franz Müntefering bis hin zu Anke Fuchs und Klaus Wowereit. Die 160 Euro, die der neue Besitzer Bürgermeister Greiner geboten hat, kommen einem sozialen Zweck zugute.
Er fühle sich als alter Fußballer an die Weltmeisterschaft von 1954 erinnert, schloss Rebmann seine Kundgebung. Damals wie heute sei eine Mannschaft an den Start gegangen, die sich schon im Vorfeld als Sieger wähnte. Was ehedem aus den Ungarn geworden sei, wüsste jeder, verglich Rebmann die Siegesge-wissheit der jetzigen Opposition.
Nach den offiziellen Statements der Politiker stellten die Besucher des Sommer-festes zahlreiche Fragen, die sich vor allem auf die Sozialpolitik bezogen.
So entwickelten sich lebhafte Diskussionen, die der heißen Phase des Wahl-kampfes in jeder Beziehung gerecht wurden.
Jörg Wildenstein bedankte sich am Ende namens des Ortsvereins bei MdB Klaus Kirchner und Bundestagskandidat Stefan Rebmann für ihren Einsatz und ihre klaren Aussagen zur Bundespolitik der SPD.
Nach der Verabschiedung der Politprominenz wurde intensiv weiterdiskutiert.
Von den Besuchern des Festes war abschließend zu hören, dass beim Sommer-fest der SPD Neulußheim wieder einmal keine Wünsche offen blieben; weder bei der Möglichkeit politischer Meinungsfindung, noch bei den anderen Aspekten, die mehr das leibliche Wohl betreffen.

