Aus dem Gemeinderat

Veröffentlicht am 23.09.2026 in Fraktion

SPD Fraktion

Die Sommerferien gehen zu Ende und endlich auch die Hitzewellen, die uns seit Mitte Juni in mehreren Phasen mit teils über 40 Grad Celsius das Leben erschwerten. Gerade unsere Region war am stärksten betroffen. So wurde in Waghäusel der bundesweite Hitzerekord gemessen und Mannheim gilt laut dem Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe als die heißeste Großstadt Deutschlands.

Hitzewellen gab es schon früher

Das stimmt, jedoch nicht in dem Ausmaß, wie wir es jetzt erleben mussten. Berechnungen belegen, dass vor 50 Jahren diese Hitzewelle im Juni klimatisch nahezu unmöglich gewesen sei. Neben natürlichen Faktoren kommt der menschengemachte Klimawandel immer mehr zum Tragen. Hinzu kommt, dass unser Wohnumfeld das Ganze deutlich verstärkt. Gerade der Versiegelungsgrad in unseren Gemeinden und Städten trägt wesentlich dazu bei, dass sich unsere Wohnorte sehr stark aufheizen und eine nächtliche Abkühlung kaum noch stattfinden kann.

Vergleiche zwischen Städten und deren unmittelbarem Umland zeigen, dass es Temperaturunterschiede von bis zu 10 Grad Celsius geben kann. Auch sind stark durchgrünte Städte bis zu 6 Grad Celsius kühler, als vergleichbare Städte mit geringem Grünanteil.

Klimaanpassung und Hitzeschutz

Klar ist, dass die weltweite Klimaerwärmung nur auf nationaler und internationaler Ebene erfolgreich gebremst werden kann. Und dennoch können wir in unserer Gemeinde einen Beitrag dazu leisten. Auch wenn der Run auf Klimaanlagen zu Hause Erleichterung schafft, die Ursachen des Klimawandels und die Auswirkungen der Hitze sind damit nicht behoben.

Bereits kleine Beiträge, wie die Entsiegelung von Pflasterflächen, die Umwandlung von Schottergärten in eine kleine Grünanlage oder die Begrünung der Hausfassade und das Pflanzen größerer Bäume im Garten können mit nicht allzu großem Aufwand spürbare Erfolge bringen. Und auch im öffentlichen Raum müssen wir umdenken.

So stimmen wir dem Präsidenten des Deutschen Städtetages Burkhard Jung zu, dass wir die Themen Hitzeschutz und Klimaanpassung ganz oben auf die Agenda setzen müssen. Ferner betont er: „Weniger Parkplätze und Straßen werden in der Zukunft unvermeidbar sein, wenn wir mit den Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels klarkommen wollen. Jeder Baum ist ein Segen für eine Stadt.“

Anträge der SPD-Fraktion

Die SPD-Fraktion hofft, dass nach diesem Sommer auch in unserer Gemeinde und vor allem in unserem Gemeinderat ein deutliches Umdenken in Richtung mehr Klimaschutz stattfinden wird. Dazu gehören beispielsweise die Neuplanung zukünftiger Bauvorhaben bzw. Baugebiete, die Sanierung und Neugestaltung von Straßen und die Überplanung unserer Grünanlagen.

Dennoch werden wir nicht drum herum kommen, dass jetzt auch Sofortmaßnahmen zur Hitzeanpassung notwendig sind. Die SPD-Faktion wird nach der Sommerpause den Antrag stellen, dass vor allem in unseren Kindergärten und in unserer Schule geprüft wird, ob und wenn ja, welche Maßnahmen zur Klimatisierung der Räume notwendig sind. Auch werden wir unseren Antrag aus dem Jahr 2018 erneut stellen, dass der Schulhof der Lußhardtschule einen großen Sonnenschutz erhält. Ferner werden wir prüfen, ob die Baumpflanzungen auf den Spielplätzen ausreichen oder ob hier weiterer Bedarf besteht.

Um Bürgerinnen und Bürger zu unterstützen, sollten in den Lußheimer Nachrichten zukünftig kurze Infos über Klimaschutzmaßnahmen erscheinen, die jeder zu Hause umsetzen kann.

Engagement ist gefragt

Nichts ist so beständig wie der stete Wandel. In diesem Sinne steht auch unsere Gemeinde immer wieder vor neuen und zukunftsweisenden Herausforderungen. Um das erfolgreich zu leisten, sind wir alle gefordert. Mit Engagement und guten Argumenten kann hier jede Bürgerin und jeder Bürger die Geschicke der Gemeinde mit lenken und gestalten. Sollten Sie daran Interesse haben, melden Sie sich einfach bei uns.

Für Kritik, gute Ideen und tatkräftige Unterstützung sind wir dankbar, Ihre SPD-Gemeinderäte Renate Hettwer, Yves Koch und Hanspeter Rausch, www.spd-neulussheim.de

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